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Die Alchemie der Pflanze – Spagyrische Tinkturen nach Paracelsus
Paracelsus bei der Herstellung von Tinkturen (KI-generiert)
Eine Unterordnung der Alchemie ist Spagyrik. Eine traditionelle Naturphilosophie und Herstellungsweise pflanzlicher Essenzen, deren Wurzeln bis in die Antike reichen und die im 16. Jahrhundert maßgeblich durch den Arzt und Alchemisten Paracelsus geprägt wurde. Für Paracelsus war eine Pflanze weit mehr als die Summe ihrer chemischen Inhaltsstoffe. Er betrachtete sie als lebendigen Ausdruck der Natur – mit einer eigenen Ordnung, Kraft und Ganzheit.
Im Mittelpunkt seiner Lehre steht die Vorstellung, dass alles Leben aus den drei untrennbaren Prinzipien Körper, Geist und Seele besteht. Diese drei Aspekte finden sich nach spagyrischem Verständnis sowohl im Menschen als auch in der Pflanze wieder. Krankheit wurde nicht nur als Störung des Körpers verstanden, sondern als ein Ungleichgewicht der gesamten Einheit aus Körper, Geist und Seele. Ziel einer spagyrischen Essenz ist daher nicht das isolierte Herauslösen einzelner Wirkstoffe, sondern die Wiedervereinigung aller wesentlichen Bestandteile der Pflanze zu einem harmonischen Ganzen.
Makrokosmos und Mikrokosmos: das Weltbild der Alchemie
Ein zentrales Prinzip der Alchemie ist die Vorstellung von Makrokosmos und Mikrokosmos. Der Makrokosmos beschreibt die große Ordnung der Natur und des Universums. Der Mikrokosmos ist der Mensch, der diese Ordnung in sich widerspiegelt.
Paracelsus formulierte den berühmten Gedanken: „Wie oben, so unten; wie außen, so innen.“
Damit meinte er, dass dieselben Gesetzmäßigkeiten, die in der Natur wirken, auch im Menschen zu finden sind. Der Mensch ist ein Spiegel der Natur und trägt ihre Prinzipien in sich. Pflanzen wachsen unter dem Einfluss von Sonne, Mond, Jahreszeiten, Wasser und Erde. Ebenso ist auch der Mensch Teil dieser natürlichen Rhythmen.
Aus dieser Sicht besitzt jede Pflanze eine besondere Signatur – einen Ausdruck ihrer Beziehung zur Natur –, die den Menschen auf ganzheitliche Weise ansprechen kann. Die Pflanze wird damit nicht als bloßes Arzneimittel verstanden, sondern als Vermittlerin zwischen Mensch und Natur.

Sal, Sulfur und Mercurius: die drei Prinzipien nach Paracelsus
Paracelsus beschrieb drei grundlegende Prinzipien, die in jeder Pflanze enthalten sind:
- Sal (Salz) steht für den festen, mineralischen und körperlichen Anteil. Er verleiht Form, Stabilität und Struktur.
- Sulfur (Schwefel) repräsentiert die Seele der Pflanze. Es steht für ihre Individualität, Wärme, Lebenskraft und die öligen, aromatischen Bestandteile.
- Mercurius (Quecksilber) symbolisiert den Geist oder die bewegende Kraft. Er wird mit den flüchtigen Anteilen, der Wandlungsfähigkeit und der Verbindung zwischen Körper und Seele in Beziehung gebracht.
Diese drei Prinzipien dürfen nicht mit den chemischen Stoffen gleichen Namens verwechselt werden. Es handelt sich vielmehr um philosophische Begriffe der Alchemie, welche die verschiedenen Wesensaspekte der Pflanze beschreiben.
Trennen, Reinigen, Wiedervereinen: das Grundprinzip der Spagyrik
| Prinzip | Entspricht | Pflanzlicher Bestandteil | Funktion in der Tinktur |
|---|---|---|---|
| Sal (Salz) | Körper, das Feste, Beständige, Strukturgebende | Mineralische Salze aus der kalzinierten Pflanzenasche | Gibt der Tinktur den mineralischen, körperbezogenen Anteil der Pflanze zurück |
| Sulfur (Schwefel) | Seele, das Charakteristische, die Individualität der Pflanze | Ätherische Öle, Aromen, fettlösliche Wirkstoffe, pflanzliche Signatur | Verleiht der Essenz den unverwechselbaren Charakter und die spezifischen Wirkstoffe der Pflanze |
| Mercurius (Quecksilber) | Geist, das Verbindende, die Lebenskraft, das Flüchtige | Alkohol als Auszugsmittel und Trägersubstanz, wasserlösliche Wirkstoffe | Verbindet und überträgt alle Pflanzenbestandteile, dient als schonender natürlicher Konservierungsstoff |
Das Wort Spagyrik leitet sich aus den griechischen Begriffen spao (trennen) und ageiro (wieder zusammenführen) ab.
Dies beschreibt den Kern der spagyrischen Herstellung:
Zunächst werden die Bestandteile der Pflanze voneinander getrennt. Jeder Anteil wird anschließend auf seine eigene Weise gereinigt und veredelt. Erst danach werden alle Bestandteile wieder miteinander vereint.
Aus Sicht der Alchemie entsteht dadurch keine gewöhnliche Tinktur, sondern eine Essenz, deren Bestandteile in harmonischer Form wieder zusammengeführt wurden.
Alchemie in der Praxis: Herstellung einer spagyrischen Tinktur
Eine normale Tinktur nutzt nur den Alkoholauszug und lässt das feste Pflanzenmaterial ungenutzt zurück. Die Spagyrik geht bewusst weiter, weil sie davon ausgeht, dass in diesem festen Rest ein wesentlicher Teil der Pflanze verborgen bleibt: ihre mineralischen Salze.
Im ersten Schritt werden die frischen oder getrockneten Pflanzen mit Alkohol extrahiert. Während der Mazeration gehen zahlreiche pflanzliche Inhaltsstoffe in den Alkohol über. Dazu zählen unter anderem Bitterstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe, ätherische Öle und viele weitere pflanzliche Verbindungen. Dieser Auszug entspricht in der Betrachtung der Alchemie vor allem den Anteilen von Mercurius und Sulfur.
Nach Abschluss der Extraktion bleiben die festen Pflanzenreste zurück. Diese werden nicht verworfen, sondern weiterverarbeitet.

Kalzination: der entscheidende Schritt der alchemischen Veredelung
Ein wesentlicher Unterschied zwischen einer klassischen Tinktur und einer spagyrischen Essenz liegt in der sogenannten Kalzination. Sie ist der Schritt, an dem die Alchemie über die gewöhnliche Kräuterverarbeitung hinausgeht: Das Feuer trennt das Vergängliche vom Beständigen und legt das Wesentliche der Pflanze frei.
Die getrockneten Pflanzenrückstände werden unter hohen Temperaturen verbrannt. Dabei verbrennen alle organischen Bestandteile vollständig. Zurück bleibt eine helle mineralische Pflanzenasche.
Diese Asche wird anschließend gereinigt, sodass die wasserlöslichen Mineralsalze gewonnen werden. Durch wiederholtes Filtrieren entstehen reine Pflanzenmineralien, die in der spagyrischen Lehre den Sal-Aspekt der Pflanze darstellen.
Erst nachdem diese mineralischen Bestandteile gereinigt und in Wasser gelöst wurden, werden sie wieder mit dem alkoholischen Pflanzenauszug vereinigt.
Aus Sicht der Spagyrik wird dadurch die Pflanze wieder vollständig – Körper, Geist und Seele finden symbolisch erneut zusammen.
Kalzination Schritt für Schritt, so entsteht eine SAGRUSAN® Tinktur
Vom frischen Pflanzenmaterial zur veredelten alchemischen Essenz, der handwerkliche Prozess in fünf Stufen.
- Ernte und Auswahl der Rohstoffe: Ausschließlich biologisch zertifizierte Kräuter (Austria Bio Garantie) oder sorgfältig gesammelte Wildpflanzen bilden die Grundlage. Qualität und Herkunft sind dokumentiert.
- Alkoholische Extraktion (Separation): Das frische oder getrocknete Pflanzenmaterial wird in hochwertigem Alkohol angesetzt. Dieser löst die flüchtigen Wirkstoffe heraus, ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe und weitere sekundäre Pflanzenstoffe.
- Trennung der Pflanzenreste: Nach der Extraktionsphase werden die festen Pflanzenrückstände vom flüssigen Auszug getrennt und für den nächsten Schritt vorbereitet.
- Kalzination, Veraschen der Pflanzenreste: Die getrockneten Pflanzenreste werden bei hoher Temperatur verbrannt, bis eine helle, weißliche Asche entsteht. Das Feuer verbrennt das Organische und legt das Mineralische frei. Aus der Asche werden anschließend die wertvollen Mineralsalze der Pflanze gelöst und gereinigt.
- Kohobation, Wiedervereinigung zur Tinktur: Die gelösten Mineralsalze werden dem alkoholischen Auszug wieder zugefügt und sorgfältig vereint. So entsteht eine Tinktur, die die vollständige Signatur der Pflanze trägt, abgefüllt in lichtschützendes Braunglas für optimale Haltbarkeit.
Spagyrik
Die Kalzination ist der entscheidende Schritt, der eine alchemische Tinktur von einer gewöhnlichen Kräutertinktur unterscheidet. Nur durch sie gelangt der mineralische Anteil der Pflanze, der Sal-Anteil in der Sprache von Paracelsus, vollständig in die fertige Essenz.
Mensch und Pflanze: die ganzheitliche Sicht der Alchemie
In der spagyrischen Naturphilosophie gilt der Mensch ebenso wie die Pflanze als Einheit aus Körper, Geist und Seele. Weil der Mensch als Mikrokosmos die Gesetzmäßigkeiten des Makrokosmos widerspiegelt, wird angenommen, dass eine Essenz, welche die Pflanze in ihrer Ganzheit bewahrt, auch den Menschen ganzheitlich anspricht.
Diese Sichtweise entstammt der traditionellen Philosophie von Alchemie und Spagyrik. Sie beschreibt ein naturphilosophisches Verständnis des Menschen und der Heilpflanzen und ist nicht mit einem naturwissenschaftlichen Wirkmodell gleichzusetzen.
Gerade darin liegt für viele Menschen die Faszination der Spagyrik: Nicht einzelne Stoffe stehen im Mittelpunkt, sondern die Idee der Ganzheit, der Veredelung und der bewussten Wiedervereinigung dessen, was ursprünglich zusammengehört.
So wird jede spagyrische Essenz nicht nur als pflanzlicher Auszug verstanden, sondern als Ausdruck eines alten Gedankens der Alchemie: Dass Entwicklung durch Trennung, Reinigung und erneute Vereinigung geschieht – ein Prinzip, das nach Paracelsus sowohl für die Pflanze als auch für den Menschen und seine innere Entfaltung gilt.
Spagyrik und konventionelle Phytotherapie: Wo der Weg sich trennt
Die Phytotherapie, die moderne Pflanzenheilkunde, nutzt pflanzliche Wirkstoffe auf der Grundlage naturwissenschaftlicher Erkenntnisse. Sie isoliert, standardisiert und dosiert bestimmte Inhaltsstoffe und fragt nach deren messbarer Wirkung. Die Spagyrik stellt eine andere Frage: Wie kann die Pflanze in ihrer Ganzheit erhalten bleiben?
Beide Ansätze schließen sich nicht aus. Die Spagyrik ist nicht als Ersatz für moderne Heilverfahren zu verstehen, sondern als eine komplementäre Form der Pflanzenveredlung mit eigenem philosophischen Fundament in der Alchemie.
Alchemie heute: alte Prinzipien, moderne Herstellung
Die Grundidee der Alchemie und der Spagyrik nach Paracelsus bleibt für uns unverändert: Die Pflanze wird als Ganzes betrachtet. Auch heute folgen wir dem Prinzip des Trennens, Reinigens und Wiedervereinigens ihrer wesentlichen Bestandteile. Der Weg dorthin hat sich jedoch im Laufe der Jahrhunderte weiterentwickelt.
Zur Zeit des Paracelsus wurde der Alkohol häufig erst durch die natürliche Gärung der Pflanze oder anderer zuckerhaltiger Ausgangsstoffe gewonnen und anschließend destilliert. Diese Verfahren entsprachen dem damaligen Stand der Technik und waren notwendig, um überhaupt einen alkoholischen Auszug herstellen zu können.
Heute stehen uns jedoch hochwertige, kontrollierte und naturreine Bio-Alkohole zur Verfügung. Dadurch kann die Pflanze unmittelbar nach der Ernte in Alkohol eingelegt werden. Dieser schützt die empfindlichen Pflanzeninhaltsstoffe bereits vom ersten Moment an vor Oxidation und unerwünschten mikrobiellen Veränderungen. Gleichzeitig ermöglicht er eine schonende und zuverlässige Extraktion der wertvollen pflanzlichen Bestandteile.
Aus diesem Grund verzichten wir bewusst auf eine eigene Vergärung und Destillation. Nicht, weil wir die Grundgedanken der Alchemie verlassen hätten, sondern weil moderne Herstellungsverfahren heute eine gleichbleibend hohe Qualität, Reinheit und Sicherheit ermöglichen. Der philosophische Kern der Spagyrik bleibt dabei erhalten – lediglich die technischen Schritte wurden an den heutigen Wissensstand angepasst.
Nach der Mazeration wird die Pflanze sorgfältig gepresst. Die festen Pflanzenbestandteile werden anschließend kalziniert. Dabei entstehen aus der Pflanzenasche die mineralischen Salze, die gereinigt und schließlich wieder mit dem alkoholischen Pflanzenauszug vereint werden.
So verbinden wir das jahrhundertealte Wissen der Spagyrik mit den Möglichkeiten moderner Herstellung. Unser Ziel ist es nicht, historische Arbeitsschritte um ihrer selbst willen zu kopieren, sondern den ursprünglichen Gedanken von Paracelsus in einer Form weiterzuführen, die den heutigen Ansprüchen an Qualität, Hygiene und Produktsicherheit gerecht wird.
Wir verstehen unsere Herstellung deshalb als Brücke zwischen Tradition und Gegenwart: Die Philosophie bleibt dieselbe – die Methoden entwickeln sich weiter. Denn auch Paracelsus selbst war ein Erneuerer seiner Zeit. Er stellte bestehende Verfahren infrage und nutzte die besten Erkenntnisse, die ihm zur Verfügung standen. In diesem Sinne sehen wir es als konsequent an, seine Grundprinzipien mit modernen, schonenden und kontrollierten Herstellungsverfahren fortzuführen.
Nachhaltigkeit
Die Abfüllung der Tinkturen erfolgt in lichtschützendem Braunglas, das die Essenz vor UV-Einflüssen bewahrt. Der Versand geschieht plastikfrei, ausschließlich in Papier und Karton. Damit setzt sich der alchemische Anspruch der Reinheit auch in der Verpackung fort.